Geschmacksfrage

Die einzelnen Kapitel des Buches werden von Fragen eingeleitet, die sich stellen, wenn man darüber nachdenkt, was von einem übrig bleibt. Was soll von mir bleiben, an Orten, in anderen Menschen – am Ende in der Welt? Um diese Frage zu beantworten, gibt es für mich gerade keinen besseren Ort und keine bessere Zeit. Ich sitze auf meinem alten Kinderbett in der Wohnung meiner Eltern, vor mir dampft eine Tasse Kamillentee (die Blüten habe ich mit meinem Vater hinten im Feld früher immer gesammelt für die Schnupfenzeit). Im Sommer riecht es hier nach den Kühen von gegenüber und nach Gräsern. Meine Gegenwart in Hamburg riecht manchmal nach Hopfen, wegen der nahen Holsten-Brauerei. Oder nach Auto. Oder nach der Parfümmischung im Bus. Ich hatte lange keinen Kamillentee mehr getrunken – ich nehme den Geruch mit ins Heute.

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