Frageding

Die einzelnen Kapitel des Buches werden von Fragen eingeleitet, die sich stellen, wenn man darüber nachdenkt, was von einem übrig bleibt. Was soll von mir bleiben, an Orten, in anderen Menschen – am Ende in der Welt? Auf diese Frage kann man schnöde antworten – Unterhose, Schlüssel, Handy –, alles andere wird schwierig. Kann man nicht alles wirklich Nötige überall kaufen (Zahnbürste)? Nein. Was man nicht kaufen kann: die gemeinsamen Jahre mit einem Gegenstand (Armbanduhr, Talisman). Die Erinnerungen, die daran kleben. Bei mir seit Jahren im Portmonnaie: ein plattgedrückter Kronkorken einer Astra-Knolle. Warum? Weiß ich nicht – aber das gehört zu manchen dieser intimen Gegenstände dazu. Das enigmatische, verrätselte, ins Unbekannte verweisende. Ich sage mir immer: Der Kronkorkenchip verweist auf eine tolle Nacht nach einem Heimsieg. Und diese Gute Nacht nehme ich jetzt überall mit hin.

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