Frageding

Die einzelnen Kapitel des Buches werden von Fragen eingeleitet, die sich stellen, wenn man darüber nachdenkt, was von einem übrig bleibt. Was soll von mir bleiben, an Orten, in anderen Menschen – am Ende in der Welt? Auf diese Frage kann man schnöde antworten – Unterhose, Schlüssel, Handy –, alles andere wird schwierig. Kann man nicht alles wirklich Nötige überall kaufen (Zahnbürste)? Nein. Was man nicht kaufen kann: die gemeinsamen Jahre mit einem Gegenstand (Armbanduhr, Talisman). Die Erinnerungen, die daran kleben. Bei mir seit Jahren im Portmonnaie: ein plattgedrückter Kronkorken einer Astra-Knolle. Warum? Weiß ich nicht – aber das gehört zu manchen dieser intimen Gegenstände dazu. Das enigmatische, verrätselte, ins Unbekannte verweisende. Ich sage mir immer: Der Kronkorkenchip verweist auf eine tolle Nacht nach einem Heimsieg. Und diese Gute Nacht nehme ich jetzt überall mit hin.

Endgültige Frage

Die einzelnen Kapitel des Buches werden von Fragen eingeleitet, die sich stellen, wenn man darüber nachdenkt, was von einem übrig bleibt. Was soll von mir bleiben, an Orten, in anderen Menschen – am Ende in der Welt? Verabschiedet für immer, ohne es zu wissen: Das war wohl K., er ist gestorben, während ich das Buch geschrieben habe. Ich vermisse ihn, obwohl wir uns nicht gut kannten. Und ich vermisse den Ort, für den er stand – und den es so in dieser Form nicht mehr gibt und nie wieder geben wird. Ich mochte ihn sehr, und an ihn zu denken, macht mich nicht nur traurig.

Was für ein Ding

Die einzelnen Kapitel des Buches werden von Fragen eingeleitet, die sich stellen, wenn man darüber nachdenkt, was von einem übrig bleibt. Was soll von mir bleiben, an Orten, in anderen Menschen – am Ende in der Welt? In meinem Fall wäre das vielleicht eine meiner Zeichnungen. Ich male gerne vor mich hin in Meetings, in der Bahn, wenn ich mich konzentrieren muss (obwohl ich von außen eher abwesend wirke). Diese Skizzen verschenke ich dann manchmal. Oder lasse sie liegen. Sie bleiben dann von mir übrig, und manche haben an Wänden von Freunden schon Jahre überlebt.

Wenn Kinder ihre Eltern pflegen

Michelle ist 20 Jahre jung und hat ihr Abitur gemacht. Auf Ausgehen und Freunde treffen musste sie oft verzichten. Denn seit 10 Jahren kümmert sie sich rund um die Uhr um ihre Mutter, seit diese an Lungenkrebs erkrankt ist. Michelle kocht, wäscht und hilft der Mutter beim An- und Ausziehen. »Ich bin schon manchmal traurig und denke an meine Freunde, die nicht so viel zu tun haben. Aber ich will ja die Mama nicht im Stich lassen«.

ARD (Mediathek, 44 min.)