Hm.

Die einzelnen Kapitel des Buches werden von Fragen eingeleitet, die sich stellen, wenn man darüber nachdenkt, was von einem übrig bleibt. Was soll von mir bleiben, an Orten, in anderen Menschen – am Ende in der Welt? In diesem Fall: Was ist von mir geblieben, das ich niemandem je erzählt habe – und auch nicht verraten werde? Auch das kann dazu gehören, wenn man sich Gedanken über das eigene Leben macht. Und es kommt selten vor, dass einem gar nichts einfällt zu dieser Frage.

Oder?

Komische Frage

Die einzelnen Kapitel des Buches werden von Fragen eingeleitet, die sich stellen, wenn man darüber nachdenkt, was von einem übrig bleibt. Was soll von mir bleiben, an Orten, in anderen Menschen – am Ende in der Welt? Von wem ich meinen Lieblingswitz habe, kann ich gar nicht sagen. Wohl auch, weil ich wohl mehrere habe. Einen, den ich oft erzähle, habe ich zum Beispiel von Detlev, einem Schauspieler. Es ist ein Schauspielerwitz. Und ich denke dann immer an Detlev, und dann muss ich lächeln. Ein anderer ist von Mike, den habe ich seit bestimmt 20 Jahren nicht gesehen. Ich weiß nicht einmal, was er heute macht. Aber seinen Witz, den trage ich in mir durch mein Leben. Wie ist das bei Ihnen?

»Ein intelligentes wie einfühlsames Buch, das zum Reflektieren einlädt und den Wert jeder einzelnen Lebensgeschichte herausstreicht! Ein Muss für jede Bibliothek und ein überaus wertvoller Gewinn für jeden Leser!«, schreibt die Bücherrundschau über »Was von uns übrig bleibt«.

Forscher entdecken 4400 Jahre altes Grab in Ägypten

Die Süddeutsche Zeitung berichtet, Wissenschaftler hätten ein 4400 Jahre altes ägyptisches Grab entdeckt. 4400 Jahre. Das ist eine unvorstellbar lange Zeitspanne. Wir nennen die Zeit damals meist »das Alte Ägypten«, und das ist ein magerer Begriff für eine so lange Zeitspanne. Ich habe vor einigen wenigen Jahren mal einen Satz gehört, den ich nie vergessen habe: »Es ist mehr Zeit vergangen zwischen dem Bau der Pyramiden und der Regentschaft der Königin Kleopatra – als zwischen Kleopatra und uns heute.« Für Kleopatra standen die Pyramiden bereits für das »Alte Ägypten«. Und heute sagen manche, was vor 100 Jahren geschah, hätte keine Spuren mehr im Heute. Und in uns heute.

Spannende Frage

Die einzelnen Kapitel des Buches werden von Fragen eingeleitet, die sich stellen, wenn man darüber nachdenkt, was von einem übrig bleibt. Was soll von mir bleiben, an Orten, in anderen Menschen – am Ende in der Welt? Wenn man sich trennt – darf man sagen: »Das habe ich dir geschenkt, als ich dich noch geliebt habe. Jetzt aber hätte ich es gerne zurück?« Ich bin da unentschieden. Etwas in mir möchte ganz schnell sagen »Natürlich darf man das!«, das Geschenkte könnte ja für einen selbst sehr wichtig sein, dem anderen aber nun nichts mehr bedeuten. Eine dann langsam lauter werdende Stimme sagt dann »Nein. Geschenkt ist geschenkt.« Was denken Sie?

Die Erbenermittlerin: Was vom Leben bleibt

Dania Jäger ist die Anwältin der Toten. Ihr Job: Sie verwaltet das Vermögen einsam verstorbener Menschen, die ohne Testament oder bekannte Verwandte verstorben sind. Was also von einem Leben auch übrig bleiben kann: Dinge, die schon lange keinen andern Menschen mehr gesehen haben als die oder den Verstorbenen. Was vergeht: die Erinnerungen, die niemandem mehr erzählt wurden. Vielleicht auch, weil niemand mehr zuhören wollte.

SWR (Mediathek, ca. 30 min.)

Liebes Ich,

Spannend: Eine Dokumentation erzählt von Menschen, die an sich selbst den Brief geschrieben haben, den sie schon immer bekommen wollten. Der Sender sagt: »Wünsche, Träume und Hoffnungen werden sichtbar in einer Realität, in der vieles ganz anders ist.« Der Film erzählt von Menschen in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen. Menschen, die an sich selbst den Brief geschrieben haben, den sie schon immer bekommen wollten. Wünsche, Träume und Hoffnungen werden sichtbar in einer Realität, in der vieles ganz anders ist.

RBB (Mediathek, 100 min.)

Gute Frage

Die einzelnen Kapitel des Buches werden von Fragen eingeleitet, die sich stellen, wenn man darüber nachdenkt, was von einem übrig bleibt. Was soll von mir bleiben, an Orten, in anderen Menschen – am Ende in der Welt? Bei der Wohnung, in der ich jetzt wohne, weiß ich immerhin: Davor war hier eine WG, eine der Bewohnerinnen war Schauspielerin und sie hatte einen wunderschönen Nachnamen. Davor hat irgendwann eine Bekannte hier gewohnt, die später ein Stockwerk tiefer gezogen ist; dann ist sie ausgezogen. Und davor? Das Haus steht seit 1910 hier. Wie ist das bei Ihnen? Kennen Sie die Geschichte Ihrer Wohnung? Und wenn nicht: Lassen Sie Ihre Fantasie fliegen – wer könnte denn vor Ihnen da gewohnt haben?

Die Tagespost schreibt: Sven Stillich »sucht in seinem neuen Buch »Was von uns übrig bleibt« das bereits Verlorengegangene oder Gefährdete noch einmal festzuhalten. Ob Abschiedsbriefe, Bücher mit kleinen Randnotizen, von uns gepflanzte Bäume oder einfach nur ein Fußabdruck – wo Vitales ist oder war, bleiben Spuren für die Nachkommenden zurück. Gleich einem Archäologen deckt der Autor und Sprachwissenschaftler Schichten auf, unter denen sich bisweilen beinah vergessene Welten und Schätze hervortun. Stillichs Fazit lautet nach all seinen prosaisch dargebotenen Recherchen: „Es gibt keine Normalität… Nichts war schon immer da… In allem um uns herum stecken Zeichen von Leben.“ Um sie zu erkennen und zu lesen, gilt es, der „Veränderungsblindheit“, die der Schriftsteller in unserer Gesellschaft ausmacht, etwas entgegenzusetzen: vielleicht ein wenig Liebe zur Nostalgie, aber vor allem Wachsamkeit für schleichende Prozesse.«

Danke sehr.

Das geteilte Dorf

Die Amerikaner nannten es „Little Berlin“, das Dorf Mödlareuth bei Hof. Denn hier gab es eine Mauer wie in Berlin, die den Ort in Ost und West trennte. Auch heute ist der Ort mit seinen 50 Einwohnern geteilt, in einen Teil, der zu Thüringen und einen, der zu Bayern gehört. Es gibt zwei Bürgermeister, zwei Postleitzahlen. Nur die Mödlareuther, die sind sich einig, sie wollen ein ganz normales Dorf sein.

> BR (Mediathek, 10 min.)