Verlassene Orte

Wenn Menschen Siedlungen aufgeben, hat das Gründe. In Deutschland fielen viele Dörfer dem Braunkohletagebau zum Opfer, andere Orte werden durch Katastrophen unbewohnbar, wieder andere verfallen, weil ihre Bewohner alle weggezogen sind. Ein Besuch bei verlassenen Orten – und fast ein Trailer für »Was von uns übrig bleibt« (30 min.)

BR (Mediathek, 30 min.)

Meilensteine der Kriminologie

Die frühen Kriminologen hatten es nicht leicht. Ohne Zeugen war einem Täter die Tat nur schwer nachzuweisen. Damals wusste man noch nicht, dass jeder Mensch immer und überall Spuren hinterlässt. Die Geschichte des Spurenlesens begann erst Ende des 19. Jahrhunderts. Erster Meilenstein in der Kriminologie war die Entdeckung des biometrischen Fingerabdruck-Verfahrens – der Daktyloskopie. Mehr dazu natürlich in »Was von uns übrig bleibt«, im Buchhandel.

… ARD (Mediathek,

Neue alte Bahnstrecken

Gut, dass etwas übrig blieb: In den vergangenen Jahren wurden in Deutschland mehr als 3600 Kilometer Zugstrecke stillgelegt, sie galten als nicht mehr rentabel. Nun wird über die Reaktivierung dieser ehemaligen Bahnstrecken nachgedacht, um Autofahrer von der Straße zu holen. Der Zug zwischen Freiburg und dem französischen Colmar könnte bald schon wiederfahren.

arte (Mediathek, 3 min.)

Wenn das Vergessen droht

Das Außenlager Kaufering gehörte zum KZ Dachau. Hier starben tausende Häftlinge in den letzten Kriegsmonaten. Ein Teil der Häftlingsunterkünfte ist bis heute erhalten, deshalb wurde das Lager als „Denkmal nationaler Bedeutung“ eingestuft. Doch eine echte Erinnerungskultur fehlt: es gibt dafür weder Konzept noch Geld. Dabei wäre es allerhöchste Zeit, zu handeln.

ARD (Mediathek, 6 min.)

Spielzeugflut im Kinderzimmer

Kulturpessimismus ist oft ein Ausdruck von Nostalgie. Doch wenn Kinder die Welt nicht mehr mit Spielzeug entdecken – und sei es in guten Videogames –, und wenn sie nur noch Lego-Bausätze nachbauen, anstatt mit Legosteinen eigene Objekte zu erschaffen – dann kann das nicht gut sein. Denn das prägt, wie sie die Welt sehen, Orte und andere Menschen.

mdr (Mediathek, 6 min.)

Wenn Berufe verschwinden

Als ich klein war, gab es Tickets für die S-Bahn bei einem Mann, der in einem Häuschen am Bahnsteig arbeitete. Das gibt es lange nicht mehr, aber ich muss immer wieder daran denken: Da, wo jetzt der Fahrkartenautomat steht, gab es einmal diesen Mann. So viele Berufe sind verschwunden: Roßtäuscher, Zinngießer, Wachsbossierer. Welche heutigen Jobs werden ihnen ins Vergessen folgen?

ZDF (Mediathek, 26 min.)

Immer mehr Orte wollen an der Autobahn werben

Burgen und Schlösser, Museen, historische Landschaften: Wer viel auf der Autobahn unterwegs ist, kennt sie, die braunweißen Hinweisschilder. Offiziell heißen sie »touristische Unterrichtungstafeln«, und es werden immer mehr. Weil Regionen immer mehr Marketing für sich machen. Weil sie hoffen, dass mal jemand abbiegt ins »Märchenland der Brüder Grimm« oder nach Schwarzenberg, das »Paris des Erzgebirges«. Ob das was bringt?

ARD (Mediathek, 2 min.)

Lieber ins Altenheim am Plattensee?

Viele alte Menschen verlassen ihre Heimat, weil sie sich keinen Platz im Pflegeheim leisten können – und ein Pflegeplatz in Osteuropa kostet noch nicht einmal halb so viel wie in Deutschland. Zurück bleiben die gewohnten Orte, die üblichen Menschen; alles wird zu Erinnerungen. Eine Reportage über Menschen, die entscheiden müssen: bleiben oder gehen? Und wenn ich gehe: Was nehme ich mit in mein neues Leben?

ARD (Mediathek, 29 min.)

Das allmähliche Verschwinden der Wirtshäuser

Ich weiß noch: Als Kind war ich mit meinen Eltern oft in Franken im Urlaub, auf dem Bauernhof, im Altmühltal. Und wir waren oft essen in den Gasthöfen und Wirtshäusern der Dörfer. Von außen waren sie meist unscheinbar, dafür war das Essen gut und preiswert. Eine Dokumentation des SWR spürt diesen verschwindenden Orten nach – und fragt (etwas sehr nostalgisch verklärt) nach, was verloren gegangen sein wird, wenn sie nicht mehr da sind.

SWR (Mediathek, 30 min.)

Wenn die persönlichsten Daten im Internet gehandelt werden

Der Körper des Menschen kann der Schlüssel zu seinen Geheimnissen sein: Fingerabdrücke entsperren das Telefon, die Stimme oder die Iris öffnen immer mehr Türen. Doch immer mehr dieser Merkmale werden in den dunkleren Ecken des Internets gehandelt. Für die Opfer eines solchen persönlichsten Datendiebstahls ist das eine Katastrophe. Wie sollen sie nachweisen, dass sie eine kriminelle Tat nicht begangen haben?

BR (Mediathek, 45 min.)

Forscher entdecken 4400 Jahre altes Grab in Ägypten

Die Süddeutsche Zeitung berichtet, Wissenschaftler hätten ein 4400 Jahre altes ägyptisches Grab entdeckt. 4400 Jahre. Das ist eine unvorstellbar lange Zeitspanne. Wir nennen die Zeit damals meist »das Alte Ägypten«, und das ist ein magerer Begriff für eine so lange Zeitspanne. Ich habe vor einigen wenigen Jahren mal einen Satz gehört, den ich nie vergessen habe: »Es ist mehr Zeit vergangen zwischen dem Bau der Pyramiden und der Regentschaft der Königin Kleopatra – als zwischen Kleopatra und uns heute.« Für Kleopatra standen die Pyramiden bereits für das »Alte Ägypten«. Und heute sagen manche, was vor 100 Jahren geschah, hätte keine Spuren mehr im Heute. Und in uns heute.

Das geteilte Dorf

Die Amerikaner nannten es „Little Berlin“, das Dorf Mödlareuth bei Hof. Denn hier gab es eine Mauer wie in Berlin, die den Ort in Ost und West trennte. Auch heute ist der Ort mit seinen 50 Einwohnern geteilt, in einen Teil, der zu Thüringen und einen, der zu Bayern gehört. Es gibt zwei Bürgermeister, zwei Postleitzahlen. Nur die Mödlareuther, die sind sich einig, sie wollen ein ganz normales Dorf sein.

> BR (Mediathek, 10 min.)

Die Frage zum Samstag

Die einzelnen Kapitel des Buches werden von Fragen eingeleitet, die sich stellen, wenn man darüber nachdenkt, was von einem übrig bleibt. Was soll von mir bleiben, an Orten, in anderen Menschen – am Ende in der Welt? Bei dieser Frage muss ich erst lange nachdenken: das Flair? Das Gefühl der Anwesenheit der Menschen, die hier früher einmal waren? Die Geschichte der Steine, aus denen ein Gebäude erbaut wurde? Ich komme einer Antwort kaum näher. Aber dennoch ist da das Gefühl: etwas fehlt. Wie ist das bei Ihnen?