Dieser Blog ist eine Fortführung meines Buches »Was von uns übrig bleibt«, das bei Rowohlt erschienen ist (Leseprobe). Es beschäftigt sich mit den Spuren, die wir hinterlassen, wenn wir lange an Orten gelebt haben (oder auch ganz kurz vorbeigeschneit sind), wenn wir Menschen begegnen und sie kennenlernen oder wenn wir die Welt verlassen. »Was von uns übrig bleibt« fragt natürlich auch danach, wie man sich an uns erinnern sollte. Und was Menschen über die Jahrhunderte angestellt haben, um in Erinnerung zu bleiben – an einem Ort, in anderen Menschen, in der Welt. Diese Themen sind mir sehr nahe, deswegen lassen sie mich nicht los, auch wenn das Buch fertig und im Handel ist. Und ich kann mir vorstellen, dass das auch anderen Menschen so geht. Für diese ist diese Website. Was ich hier poste, gibt es übrigens auch auf Facebook.

Sven Stillich

Die einzelnen Kapitel des Buches werden von Fragen eingeleitet, die sich stellen, wenn man darüber nachdenkt, was von einem übrig bleibt. Was soll von mir bleiben, an Orten, in anderen Menschen – am Ende in der Welt? Auf diese Frage hat jeder eine Antwort, aber nur wenige würden sie offen aussprechen. Der Grund dafür ist natürlich Scham. Es gehört sich nicht, zu lügen. Und je größer die Lüge, desto länger kann sie auch her sein (oder desto länger kann sie erzählt werden), um immer noch auf die Gegenwart zu wirken. Sie wird mit den Jahren größer. Und je älter man wird, desto größere Wahrheiten können sich dahinter verstecken. Welche Gründe fallen Ihnen ein, so lange zu lügen?

»Stillich (Jg. 1969) ist ein erstaunlicher Erzähler, der, ungewöhnlich im Sachbuch-Segment, Poesie mit vorweggenommener Altersweisheit zu verbinden weiß«, schreibt die Frankfurter Rundschau. »Was von uns übrig bleibt« nennt sie »bemerkenswert«, ich habe »ein empfehlenswertes Buch geschrieben, das zu Herzen geht.« Danke für die vielen Blumen. Und danke für den Nachsatz »Verschenken kann man es auch« :).

Bewusst vom Leben lassen

Wir alle wissen, dass wir eines Tages sterben werden. Dennoch haben die meisten von uns den Tod ganz weit weggeschoben. Reden über den Tod fällt nicht leicht, Gedanken darüber machen den meisten Angst. Diese nicht leichte, aber keineswegs nur schwere »Nachtcafé«-Sendung widmet sich den Facetten des Sterbens.

ARD (Mediathek, 90 min.
SWR (mehr Informationen zur Sendung)

Geschmacksfrage

Die einzelnen Kapitel des Buches werden von Fragen eingeleitet, die sich stellen, wenn man darüber nachdenkt, was von einem übrig bleibt. Was soll von mir bleiben, an Orten, in anderen Menschen – am Ende in der Welt? Um diese Frage zu beantworten, gibt es für mich gerade keinen besseren Ort und keine bessere Zeit. Ich sitze auf meinem alten Kinderbett in der Wohnung meiner Eltern, vor mir dampft eine Tasse Kamillentee (die Blüten habe ich mit meinem Vater hinten im Feld früher immer gesammelt für die Schnupfenzeit). Im Sommer riecht es hier nach den Kühen von gegenüber und nach Gräsern. Meine Gegenwart in Hamburg riecht manchmal nach Hopfen, wegen der nahen Holsten-Brauerei. Oder nach Auto. Oder nach der Parfümmischung im Bus. Ich hatte lange keinen Kamillentee mehr getrunken – ich nehme den Geruch mit ins Heute.

Teure Totenscheine

Kurz nach dem Tod ihres Vaters erhält eine Frau von einem Arzt eine Rechnung: mehr als 200 Euro für eine Leichenschau. Das ist viel zu viel, und das ist illegal. Die Ärzte kommen auch damit durch, weil manche Bestatter ihre Kunden nicht auf die erhöhten Rechnungen hinweisen. Und die Ärzte-Lobby weiß, warum die Ärzte zu viel abrechnen: Die Gebühren seien zu niedrig.

ARD (Mediathek, 8 min.)
Verbraucherinitiative Bestattungskultur Aeternitas e.V.

Hochzeits-Ball: Noch einmal ins Kleid schlüpfen

Die eigene Hochzeitsfeier nacherleben – dazu gab es nun in Bodenwerder Gelegenheit: 80 Paare begaben sich beim »Ball der verheirateten Bräute« auf eine Reise in die Vergangenheit. Das heißt: Menschen, die verheiratet sind, tun noch einmal so, als würden sie gerade heiraten. Am selben Ort, gemeinsam mit anderen »Hochzeitspaaren«. Ich finde das interessan – denn die Antworten, die sie geben auf die Frage nach dem Warum, klingen zwar ehrlich, gehen aber nicht tief genug. Worum es wohl wirklich geht?

ndr (Mediathek, 4 min.)

Heiße Frage.

Die einzelnen Kapitel des Buches werden von Fragen eingeleitet, die sich stellen, wenn man darüber nachdenkt, was von einem übrig bleibt. Was soll von mir bleiben, an Orten, in anderen Menschen – am Ende in der Welt? Diese Frage kann ich für mich gar nicht beantworten, oder jedenfalls können meine Eltern mir keinen Grund nennen. Ich weiß nur: Ich war in meiner Schulzeit in Hessen weit und breit der einzige Sven (und sonst gab es nur noch den Bösewicht aus »Wickie«). Jetzt, in Hamburg, ist das natürlich anders. Aber vielleicht wohne ich auch nur hier, weil es mich schon von klein auf in den Norden gezogen hat – auch wegen des Vornamens?

Bilanzierend

Die einzelnen Kapitel des Buches werden von Fragen eingeleitet, die sich stellen, wenn man darüber nachdenkt, was von einem übrig bleibt. Was soll von mir bleiben, an Orten, in anderen Menschen – am Ende in der Welt? Auf diese Frage kann ich nur antworten: einiges. Wirklich sehr viel. Dass ich jemals ein Buch veröffentlichen würde, zum Beispiel. Oder dass ich es mal nach bis nach Asien schaffe. Wobei die größten Errungenschaften im Leben gar nichts damit zu tun haben müssen, was man »erreicht« hat – kann man Zufriedenheit erreichen? Oder gute Freunde? Nein. Man kann aber etwas dafür tun, immerhin. Was denken Sie?

Jahr auf Jahr

Rekordversuch: Mehr als 800 Geburts- und Sterbedaten berühmter Personen der Geschichte will der 80-jährige Hans Bauer im Kopf haben. So viele Leben, so viele Geschichten – für ihn eine Form von Gehirntraining. »Wenn man alleinstehend ist, darf alles passieren«, sagt Bauer, »man darf bloß nicht seinen Verstand verlieren.«

BR (Mediathek, 10 min.)

Gebrauchte Frage

Die einzelnen Kapitel des Buches werden von Fragen eingeleitet, die sich stellen, wenn man darüber nachdenkt, was von einem übrig bleibt. Was soll von mir bleiben, an Orten, in anderen Menschen – am Ende in der Welt? Die Antwort auf diese Frage ist für mich: unbedingt ja. Manchmal kann ein Mensch sehr wichtig sein für jemanden, aber es ist nicht möglich, mit ihr oder ihm eine Partnerschaft zu leben. Bevor man jemanden ganz verliert, hilft dann vielleicht nur die Trennung. Was denken Sie?

Verliebt im Hospiz

»Erst bin ich nur eine halbe Stunde da geblieben, dann ne Stunde und nachher den ganzen Tag«, sagt Heinz und lacht. Gabi und Heinz Altendorf haben sich vor sechs Jahren im »Bonn Lighthouse – Verein für Hospizarbeit« kennen- und lieben gelernt. Beide sind unheilbar erkrankt und ziehen aus ihrer Ehe Kraft und Lebensmut.

WDR (Mediathek, 6 min.)

»Ein lebenskluges Buch« urteilt das Hamburger Abendblatt über »Was von uns übrig bleibt. »Aus vielen Details wird durch Stillichs Komposition ein allumfassender Blick auf das Leben und den Tod«, sein »Schreibstil ist von großer Leichtigkeit, sodass er der Gefahr entgeht, belehrend zu wirken. Man liest die Kapitel mit viel Genuss und ist immer wieder verblüfft, wo er seine Beispiele gefunden hat.«

Immer mehr Orte wollen an der Autobahn werben

Burgen und Schlösser, Museen, historische Landschaften: Wer viel auf der Autobahn unterwegs ist, kennt sie, die braunweißen Hinweisschilder. Offiziell heißen sie »touristische Unterrichtungstafeln«, und es werden immer mehr. Weil Regionen immer mehr Marketing für sich machen. Weil sie hoffen, dass mal jemand abbiegt ins »Märchenland der Brüder Grimm« oder nach Schwarzenberg, das »Paris des Erzgebirges«. Ob das was bringt?

ARD (Mediathek, 2 min.)

Liebesbriefe nach 74 Jahren angekommen

»Meine liebe kleine Maria«, schreibt Anton Müller in einem langen Brief an die Frau, die einmal seine sein wird, »der Tag, wo ich dich wieder eng und fest in meine Arme schließe, ist nicht weit.« Er schickt den Brief 1944 ab, aus den USA, aus der Kriegsgefangenschaft. Doch Maria wird ihn nie erhalten. Erst jetzt, viele Jahrzehnte später, kann seine Tochter seine Worte lesen, erst jetzt sind die Briefe aufgetaucht.

SWR (Mediathek, 4 min.)


Richtungsweisend.

Die einzelnen Kapitel des Buches werden von Fragen eingeleitet, die sich stellen, wenn man darüber nachdenkt, was von einem übrig bleibt. Was soll von mir bleiben, an Orten, in anderen Menschen – am Ende in der Welt? Die Antwort auf diese Frage fällt mir leicht: nein. Oder allerhöchstens: meine Freundin zu außerordentlichen Anlässen. Falls ich in einem gefährlichen Gebiet unterwegs wäre und sie sich Sorgen macht, zum Beispiel. Oder wenn wir beide uns verloren haben und wir uns auf diese Weise wiederfinden könnten. Ansonsten: nein. Und ich finde es auch schrecklich, wenn Eltern ihre Kinder auf diese Art beobachten. Menschen haben ein Recht darauf, unbeobachtet ihrer eigenen Wege zu gehen, egal wie jung sie sind. Das ist zumindest meine Meinung. Was ist Ihre?

Lieber ins Altenheim am Plattensee?

Viele alte Menschen verlassen ihre Heimat, weil sie sich keinen Platz im Pflegeheim leisten können – und ein Pflegeplatz in Osteuropa kostet noch nicht einmal halb so viel wie in Deutschland. Zurück bleiben die gewohnten Orte, die üblichen Menschen; alles wird zu Erinnerungen. Eine Reportage über Menschen, die entscheiden müssen: bleiben oder gehen? Und wenn ich gehe: Was nehme ich mit in mein neues Leben?

ARD (Mediathek, 29 min.)

Heiraten, wozu?

Man kann ohne Trauschein glücklich zusammenleben. Ehen können nach Monaten in die Brüche gehen. Früher blieb einem nichts anderes übrig als zu Heiraten, heute kann jede und jeder selbst entscheiden, was sie oder er von der Institution Ehe hält. Und von ihrem Gegenpart: der Scheidung. Eine Folge der Talkshow-Reihe »Nachtcafé« gibt Impulse zum Nachdenken.

ARD (Mediathek, 90 min.)

Ein »wunderbares Buch«, urteilt Ildikó von Kürthy in der Brigitte über »Was von uns übrig bleibt«. Es sei nichts »für Leute, die Liebesbriefe wegwerfen und sich nie fragen, wer wohl früher in ihrem Haus, in diesem Zimmer gelebt, gelacht, geweint hat und gestorben ist. Das Buch ist auf liebevollste Weise geschrieben für Menschen, die sich fragen, ob die Reste des Luftballons, der sich vor vielen Jahren ganz oben im Baum verfangen hat, dort wohl noch hängen werden, wenn man selbst längst Geschichte ist.«

Aufwühlende Frage

Die einzelnen Kapitel des Buches werden von Fragen eingeleitet, die sich stellen, wenn man darüber nachdenkt, was von einem übrig bleibt. Was soll von mir bleiben, an Orten, in anderen Menschen – am Ende in der Welt? Welchen »Feind« ich gerne noch einmal sehen würde? Das macht mich erst einmal sprachlos, denn mir wird klar: Den Menschen, der mir als erstes einfällt, möchte ich auf keinen Fall wiedersehen. Und dann komme ich ins Grübeln. Wische Leute weg, die mir zwar feindlich gesinnt waren, die ich aber noch nicht einmal getroffen habe (das Internet macht’s möglich) – und dann fallen mir nur zwei alte Schulkameraden ein, mit denen ich mal befreundet war, die dann aber beide ihrer Wege gegangen sind, ohne mich. Das empfand ich damals als feindlich. Manchmal google ich sie. Aber sie wiedersehen: Ich weiß nicht.

Das allmähliche Verschwinden der Wirtshäuser

Ich weiß noch: Als Kind war ich mit meinen Eltern oft in Franken im Urlaub, auf dem Bauernhof, im Altmühltal. Und wir waren oft essen in den Gasthöfen und Wirtshäusern der Dörfer. Von außen waren sie meist unscheinbar, dafür war das Essen gut und preiswert. Eine Dokumentation des SWR spürt diesen verschwindenden Orten nach – und fragt (etwas sehr nostalgisch verklärt) nach, was verloren gegangen sein wird, wenn sie nicht mehr da sind.

SWR (Mediathek, 30 min.)

Wenn die persönlichsten Daten im Internet gehandelt werden

Der Körper des Menschen kann der Schlüssel zu seinen Geheimnissen sein: Fingerabdrücke entsperren das Telefon, die Stimme oder die Iris öffnen immer mehr Türen. Doch immer mehr dieser Merkmale werden in den dunkleren Ecken des Internets gehandelt. Für die Opfer eines solchen persönlichsten Datendiebstahls ist das eine Katastrophe. Wie sollen sie nachweisen, dass sie eine kriminelle Tat nicht begangen haben?

BR (Mediathek, 45 min.)

Plötzlich ist das Grab weg

Wer mit offenen Augen über Friedhöfe geht, wird sehen: Die Zahl der Lücken zwischen den Gräbern wächst. Der Grund: Immer weniger Menschen lassen sich klassisch beerdigen. In manchen Städten werden 80 Prozent Urnen bestattet. Die Folge: Oft schließen Kommunen Friedhöfe. Manchmal leider mit wenig Rücksicht auf die trauernden Bürger.

ARD (Mediathek, 5 min.)

Hans Rosenthal – eine Spurensuche

Es rührt mich heute immer noch an, diesen kleinen, dürren Mann zu sehen, der mir als Kind so viel Freude gemacht hat mit seiner Lebensfreude, mit seinen leuchtenden Augen. Ein Mann, von dem ich erst spät erfahren habe, was für ein Leben er hatte leben müssen, bevor er auf dem Fernseher meiner Großeltern erschien. Eine Dokumentation spürt Hans Rosenthal nach. Auf dass er nicht vergessen werde.

ARD (Mediathek, 30 min.)

Hm.

Die einzelnen Kapitel des Buches werden von Fragen eingeleitet, die sich stellen, wenn man darüber nachdenkt, was von einem übrig bleibt. Was soll von mir bleiben, an Orten, in anderen Menschen – am Ende in der Welt? In diesem Fall: Was ist von mir geblieben, das ich niemandem je erzählt habe – und auch nicht verraten werde? Auch das kann dazu gehören, wenn man sich Gedanken über das eigene Leben macht. Und es kommt selten vor, dass einem gar nichts einfällt zu dieser Frage.

Oder?

Komische Frage

Die einzelnen Kapitel des Buches werden von Fragen eingeleitet, die sich stellen, wenn man darüber nachdenkt, was von einem übrig bleibt. Was soll von mir bleiben, an Orten, in anderen Menschen – am Ende in der Welt? Von wem ich meinen Lieblingswitz habe, kann ich gar nicht sagen. Wohl auch, weil ich wohl mehrere habe. Einen, den ich oft erzähle, habe ich zum Beispiel von Detlev, einem Schauspieler. Es ist ein Schauspielerwitz. Und ich denke dann immer an Detlev, und dann muss ich lächeln. Ein anderer ist von Mike, den habe ich seit bestimmt 20 Jahren nicht gesehen. Ich weiß nicht einmal, was er heute macht. Aber seinen Witz, den trage ich in mir durch mein Leben. Wie ist das bei Ihnen?

»Ein intelligentes wie einfühlsames Buch, das zum Reflektieren einlädt und den Wert jeder einzelnen Lebensgeschichte herausstreicht! Ein Muss für jede Bibliothek und ein überaus wertvoller Gewinn für jeden Leser!«, schreibt die Bücherrundschau über »Was von uns übrig bleibt«.

Forscher entdecken 4400 Jahre altes Grab in Ägypten

Die Süddeutsche Zeitung berichtet, Wissenschaftler hätten ein 4400 Jahre altes ägyptisches Grab entdeckt. 4400 Jahre. Das ist eine unvorstellbar lange Zeitspanne. Wir nennen die Zeit damals meist »das Alte Ägypten«, und das ist ein magerer Begriff für eine so lange Zeitspanne. Ich habe vor einigen wenigen Jahren mal einen Satz gehört, den ich nie vergessen habe: »Es ist mehr Zeit vergangen zwischen dem Bau der Pyramiden und der Regentschaft der Königin Kleopatra – als zwischen Kleopatra und uns heute.« Für Kleopatra standen die Pyramiden bereits für das »Alte Ägypten«. Und heute sagen manche, was vor 100 Jahren geschah, hätte keine Spuren mehr im Heute. Und in uns heute.

Spannende Frage

Die einzelnen Kapitel des Buches werden von Fragen eingeleitet, die sich stellen, wenn man darüber nachdenkt, was von einem übrig bleibt. Was soll von mir bleiben, an Orten, in anderen Menschen – am Ende in der Welt? Wenn man sich trennt – darf man sagen: »Das habe ich dir geschenkt, als ich dich noch geliebt habe. Jetzt aber hätte ich es gerne zurück?« Ich bin da unentschieden. Etwas in mir möchte ganz schnell sagen »Natürlich darf man das!«, das Geschenkte könnte ja für einen selbst sehr wichtig sein, dem anderen aber nun nichts mehr bedeuten. Eine dann langsam lauter werdende Stimme sagt dann »Nein. Geschenkt ist geschenkt.« Was denken Sie?

Die Erbenermittlerin: Was vom Leben bleibt

Dania Jäger ist die Anwältin der Toten. Ihr Job: Sie verwaltet das Vermögen einsam verstorbener Menschen, die ohne Testament oder bekannte Verwandte verstorben sind. Was also von einem Leben auch übrig bleiben kann: Dinge, die schon lange keinen andern Menschen mehr gesehen haben als die oder den Verstorbenen. Was vergeht: die Erinnerungen, die niemandem mehr erzählt wurden. Vielleicht auch, weil niemand mehr zuhören wollte.

SWR (Mediathek, ca. 30 min.)

Liebes Ich,

Spannend: Eine Dokumentation erzählt von Menschen, die an sich selbst den Brief geschrieben haben, den sie schon immer bekommen wollten. Der Sender sagt: »Wünsche, Träume und Hoffnungen werden sichtbar in einer Realität, in der vieles ganz anders ist.« Der Film erzählt von Menschen in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen. Menschen, die an sich selbst den Brief geschrieben haben, den sie schon immer bekommen wollten. Wünsche, Träume und Hoffnungen werden sichtbar in einer Realität, in der vieles ganz anders ist.

RBB (Mediathek, 100 min.)

Gute Frage

Die einzelnen Kapitel des Buches werden von Fragen eingeleitet, die sich stellen, wenn man darüber nachdenkt, was von einem übrig bleibt. Was soll von mir bleiben, an Orten, in anderen Menschen – am Ende in der Welt? Bei der Wohnung, in der ich jetzt wohne, weiß ich immerhin: Davor war hier eine WG, eine der Bewohnerinnen war Schauspielerin und sie hatte einen wunderschönen Nachnamen. Davor hat irgendwann eine Bekannte hier gewohnt, die später ein Stockwerk tiefer gezogen ist; dann ist sie ausgezogen. Und davor? Das Haus steht seit 1910 hier. Wie ist das bei Ihnen? Kennen Sie die Geschichte Ihrer Wohnung? Und wenn nicht: Lassen Sie Ihre Fantasie fliegen – wer könnte denn vor Ihnen da gewohnt haben?

Die Tagespost schreibt: Sven Stillich »sucht in seinem neuen Buch »Was von uns übrig bleibt« das bereits Verlorengegangene oder Gefährdete noch einmal festzuhalten. Ob Abschiedsbriefe, Bücher mit kleinen Randnotizen, von uns gepflanzte Bäume oder einfach nur ein Fußabdruck – wo Vitales ist oder war, bleiben Spuren für die Nachkommenden zurück. Gleich einem Archäologen deckt der Autor und Sprachwissenschaftler Schichten auf, unter denen sich bisweilen beinah vergessene Welten und Schätze hervortun. Stillichs Fazit lautet nach all seinen prosaisch dargebotenen Recherchen: „Es gibt keine Normalität… Nichts war schon immer da… In allem um uns herum stecken Zeichen von Leben.“ Um sie zu erkennen und zu lesen, gilt es, der „Veränderungsblindheit“, die der Schriftsteller in unserer Gesellschaft ausmacht, etwas entgegenzusetzen: vielleicht ein wenig Liebe zur Nostalgie, aber vor allem Wachsamkeit für schleichende Prozesse.«

Danke sehr.

Das geteilte Dorf

Die Amerikaner nannten es „Little Berlin“, das Dorf Mödlareuth bei Hof. Denn hier gab es eine Mauer wie in Berlin, die den Ort in Ost und West trennte. Auch heute ist der Ort mit seinen 50 Einwohnern geteilt, in einen Teil, der zu Thüringen und einen, der zu Bayern gehört. Es gibt zwei Bürgermeister, zwei Postleitzahlen. Nur die Mödlareuther, die sind sich einig, sie wollen ein ganz normales Dorf sein.

> BR (Mediathek, 10 min.)

Was für eine Frage

Die einzelnen Kapitel des Buches werden von Fragen eingeleitet, die sich stellen, wenn man darüber nachdenkt, was von einem übrig bleibt. Was soll von mir bleiben, an Orten, in anderen Menschen – am Ende in der Welt? Bei dieser Frage bin ich mir unsicher. Einerseits: Wahrscheinlich mit meinen Eltern, also: mit meiner Mutter wohl. Andererseits: Vielleicht sogar mit Freund*innen oder Arbeitskolleg*innen. Oder mit Menschen im Fernsehen, die ich persönlich gar nicht kenne. Wie ist das bei Ihnen?

Zum Sterben schön – Musik für das Finale

Musik spielt nicht nur im Leben eine große Rolle – sondern auch nach dem Tod. Waren es früher Trauermärsche und Kirchenlieder bei Beerdigungen, hört man heute immer häufiger Pop- und Rocksongs, von Musikern wie Eric Clapton oder Elton John. Eine eigene »Top Ten der Trauermusik« gibt es mittlerweile, von Frank Sinatra bis zur Deutschrock-Band Unheilig mit ihrem Lied »Geboren um zu leben«. Eine Dokumentation über die Entwicklung der Trauermusik und ihr Verhältnis zum Tod.

> ARD (Mediathek, 44 min.)

Mama, Du fehlst mir – Wenn der liebste Mensch viel zu früh geht

Maresa ist 25 Jahre alt, als ihre Mutter an Lungenkrebs erkrankt und daran verstirbt. Maresa wird bald selbst Mama. Ein Abschnitt in ihrem Leben, indem ihre Mutter ihr besonders fehlt. Wie geht man mit der Trauer um? Wie sehr prägt der Verlust der Mutter einen Menschen? Maresa nimmt uns mit an einen Ort, an dem Töchter über ihre Mütter sprechen und ihre Trauer gemeinsam verarbeiten können.

> WDR (Mediathek, 8 min:)

Die Frage zum Samstag

Die einzelnen Kapitel des Buches werden von Fragen eingeleitet, die sich stellen, wenn man darüber nachdenkt, was von einem übrig bleibt. Was soll von mir bleiben, an Orten, in anderen Menschen – am Ende in der Welt? Bei dieser Frage muss ich erst lange nachdenken: das Flair? Das Gefühl der Anwesenheit der Menschen, die hier früher einmal waren? Die Geschichte der Steine, aus denen ein Gebäude erbaut wurde? Ich komme einer Antwort kaum näher. Aber dennoch ist da das Gefühl: etwas fehlt. Wie ist das bei Ihnen?