Diese Website ist eine Fortführung meines Buches »Was von uns übrig bleibt«, das im November 2018 bei Rowohlt erschienen ist (Leseprobe). Es beschäftigt sich mit den Spuren, die wir hinterlassen, wenn wir lange an Orten gelebt haben (oder auch ganz kurz vorbeigeschneit sind), wenn wir Menschen begegnen und sie kennenlernen oder wenn wir die Welt verlassen. »Was von uns übrig bleibt« fragt natürlich auch danach, wie man sich an uns erinnern sollte. Und was Menschen über die Jahrhunderte angestellt haben, um in Erinnerung zu bleiben – an einem Ort, in anderen Menschen, in der Welt. Diese Themen sind mir sehr nahe, deswegen lassen sie mich nicht los, auch wenn das Buch fertig und im Druck ist. Und ich kann mir vorstellen, dass das auch anderen Menschen so geht. Für diese ist diese Website. Was ich hier poste, gibt es übrigens auch auf Facebook.

Sven Stillich

Liebes Ich,

Spannend: Eine Dokumentation erzählt von Menschen, die an sich selbst den Brief geschrieben haben, den sie schon immer bekommen wollten. Der Sender sagt: »Wünsche, Träume und Hoffnungen werden sichtbar in einer Realität, in der vieles ganz anders ist.« Der Film erzählt von Menschen in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen. Menschen, die an sich selbst den Brief geschrieben haben, den sie schon immer bekommen wollten. Wünsche, Träume und Hoffnungen werden sichtbar in einer Realität, in der vieles ganz anders ist.

RBB (Mediathek, 100 min.)

Gute Frage

Die einzelnen Kapitel des Buches werden von Fragen eingeleitet, die sich stellen, wenn man darüber nachdenkt, was von einem übrig bleibt. Was soll von mir bleiben, an Orten, in anderen Menschen – am Ende in der Welt? Bei der Wohnung, in der ich jetzt wohne, weiß ich immerhin: Davor war hier eine WG, eine der Bewohnerinnen war Schauspielerin und sie hatte einen wunderschönen Nachnamen. Davor hat irgendwann eine Bekannte hier gewohnt, die später ein Stockwerk tiefer gezogen ist; dann ist sie ausgezogen. Und davor? Das Haus steht seit 1910 hier. Wie ist das bei Ihnen? Kennen Sie die Geschichte Ihrer Wohnung? Und wenn nicht: Lassen Sie Ihre Fantasie fliegen – wer könnte denn vor Ihnen da gewohnt haben?

Die Tagespost schreibt: Sven Stillich »sucht in seinem neuen Buch »Was von uns übrig bleibt« das bereits Verlorengegangene oder Gefährdete noch einmal festzuhalten. Ob Abschiedsbriefe, Bücher mit kleinen Randnotizen, von uns gepflanzte Bäume oder einfach nur ein Fußabdruck – wo Vitales ist oder war, bleiben Spuren für die Nachkommenden zurück. Gleich einem Archäologen deckt der Autor und Sprachwissenschaftler Schichten auf, unter denen sich bisweilen beinah vergessene Welten und Schätze hervortun. Stillichs Fazit lautet nach all seinen prosaisch dargebotenen Recherchen: „Es gibt keine Normalität… Nichts war schon immer da… In allem um uns herum stecken Zeichen von Leben.“ Um sie zu erkennen und zu lesen, gilt es, der „Veränderungsblindheit“, die der Schriftsteller in unserer Gesellschaft ausmacht, etwas entgegenzusetzen: vielleicht ein wenig Liebe zur Nostalgie, aber vor allem Wachsamkeit für schleichende Prozesse.«

Danke sehr.

Das geteilte Dorf

Die Amerikaner nannten es „Little Berlin“, das Dorf Mödlareuth bei Hof. Denn hier gab es eine Mauer wie in Berlin, die den Ort in Ost und West trennte. Auch heute ist der Ort mit seinen 50 Einwohnern geteilt, in einen Teil, der zu Thüringen und einen, der zu Bayern gehört. Es gibt zwei Bürgermeister, zwei Postleitzahlen. Nur die Mödlareuther, die sind sich einig, sie wollen ein ganz normales Dorf sein.

> BR (Mediathek, 10 min.)

Was für eine Frage

Die einzelnen Kapitel des Buches werden von Fragen eingeleitet, die sich stellen, wenn man darüber nachdenkt, was von einem übrig bleibt. Was soll von mir bleiben, an Orten, in anderen Menschen – am Ende in der Welt? Bei dieser Frage bin ich mir unsicher. Einerseits: Wahrscheinlich mit meinen Eltern, also: mit meiner Mutter wohl. Andererseits: Vielleicht sogar mit Freund*innen oder Arbeitskolleg*innen. Oder mit Menschen im Fernsehen, die ich persönlich gar nicht kenne. Wie ist das bei Ihnen?

Zum Sterben schön – Musik für das Finale

Musik spielt nicht nur im Leben eine große Rolle – sondern auch nach dem Tod. Waren es früher Trauermärsche und Kirchenlieder bei Beerdigungen, hört man heute immer häufiger Pop- und Rocksongs, von Musikern wie Eric Clapton oder Elton John. Eine eigene »Top Ten der Trauermusik« gibt es mittlerweile, von Frank Sinatra bis zur Deutschrock-Band Unheilig mit ihrem Lied »Geboren um zu leben«. Eine Dokumentation über die Entwicklung der Trauermusik und ihr Verhältnis zum Tod.

> ARD (Mediathek, 44 min.)

Mama, Du fehlst mir – Wenn der liebste Mensch viel zu früh geht

Maresa ist 25 Jahre alt, als ihre Mutter an Lungenkrebs erkrankt und daran verstirbt. Maresa wird bald selbst Mama. Ein Abschnitt in ihrem Leben, indem ihre Mutter ihr besonders fehlt. Wie geht man mit der Trauer um? Wie sehr prägt der Verlust der Mutter einen Menschen? Maresa nimmt uns mit an einen Ort, an dem Töchter über ihre Mütter sprechen und ihre Trauer gemeinsam verarbeiten können.

> WDR (Mediathek, 8 min:)

Die Frage zum Samstag

Die einzelnen Kapitel des Buches werden von Fragen eingeleitet, die sich stellen, wenn man darüber nachdenkt, was von einem übrig bleibt. Was soll von mir bleiben, an Orten, in anderen Menschen – am Ende in der Welt? Bei dieser Frage muss ich erst lange nachdenken: das Flair? Das Gefühl der Anwesenheit der Menschen, die hier früher einmal waren? Die Geschichte der Steine, aus denen ein Gebäude erbaut wurde? Ich komme einer Antwort kaum näher. Aber dennoch ist da das Gefühl: etwas fehlt. Wie ist das bei Ihnen?

Das verborgene Museum – Graffiti im Camp Hitfeld

Ein altes belgisches Truppengebiet in Aachen, das Camp Hitfeld, steht seit 20 Jahren leer und verfällt. Die alten Hallen liefern damit eine perfekte Projektionsfläche für Graffiti- und Streetart-Künstler. Die vielen Kunstwerke ziehen wiederum andere Künstler, wie das Ehepaar Dieter und Regina Weinkauf, an. Seit zehn Jahren halten sie die Motive mit ihrer Kamera fest.

> ARD (Mediathek, 4 min.)

Was für eine Freude

»Was von uns übrig bleibt« ist seit heute im Handel! Ich freue mich sehr. Vier Jahre Recherche, unzählige Stunden vor dem Bildschirms, so viele Gespräche… und jetzt liegt es da. Ich freue mich über jede Leserin und jeden Leser. Es ist kein Buch, das behauptet, die richtigen Antworten zu haben auf die Frage, was von uns übrig bleibt. Oder gar auf die Frage nach dem Sinn. Was ich schön fände: Wenn es auch nur eine einzige Leserin oder einen Leser dazu anregen würde, die richtige Frage zu stellen an das eigene Leben. Dann würde nämlich etwas übrig bleiben von diesem Buch. Und es wäre sinnvoll gewesen, es zu schreiben.

»Unser altes Bahnwärterhäuschen«

Wer dort wohl früher gewohnt und gearbeitet hat? Wo heute Ampeln und elektrische Schranken den Verkehr regeln, ging früher ein Bahnwärter seinem Dienst nach und ließ die Schranke herunter. Da Bahnwärter ein geringes Einkommen hatten und Tag und Nacht nach den Zügen schauen mussten, wohnten sie im Bahnwärterhäuschen gleich an der Schranke. Ein Ehepaar hat sich so ein Bahnwärterhäuschen gekauft und es aufwändig saniert.

> ARD (Mediathek, 3 min.)

Abschied vom Henninger Turm

Ich bin in der Nähe von Frankfurt aufgewachsen. Ich weiß noch, wie meine Eltern und ich in dem Drehrestaurant gegessen haben, ich hatte bestimmt eine Spezi. Jetzt ist auch dieser Turm bald Geschichte – so wie der Turm, in dem ich studiert habe; den haben sie vor vier Jahren gesprengt. Worauf man zurückblicken kann, wird mit den Jahren weniger.

> HR (Mediathek, 29 min.)

Verborgene Orte

Wo versteckt sich im Kreis Paderborn ein unterirdischer Dom? Welchen Ausblick hat man aus den Nasenlöchern des Hermannsdenkmals? Warum gibt´s in Bonn ein Krankenhaus, in dem niemals Patienten waren? Und welche Geheimnisse birgt ein Hotel am Rhein, das seit Jahrzehnten im Dornröschenschlaf liegt? Für die meisten Menschen bleiben diese Orte im Verborgenen. Dadurch sind sie besonders spannend. Reporterinnen und Reporter der WDR-Lokalzeiten durften sie dennoch besuchen. Mitgebracht haben sie erstaunliche Geschichten.

> WDR (Mediathek, 29 min.)

Erinnerungen: Wie wir uns irren

Das Gedächtnis ist alles andere als verlässlich: Erinnerungen können täuschen, verschwimmen oder sogar gänzlich verschwinden. Heute haben Wissenschaftler viele Erinnerungsmechanismen entschlüsselt und können sogar in das Gedächtnis eingreifen, um unangenehme Erinnerungen zu löschen, künstliche Erinnerungen einzuspeisen oder verdrängte Ereignisse zu rekonstruieren.

> ARTE (Mediathek, 53 min.)

Eine gute Frage

Die einzelnen Kapitel des Buches werden von Fragen eingeleitet, die sich stellen, wenn man darüber nachdenkt, was von einem übrig bleibt. Was soll von mir bleiben, an Orten, in anderen Menschen – am Ende in der Welt? Bei dieser Frage scheint mir die Antwort erst leicht: mein Vater. Oder vielleicht doch mein Großvater. Beite hatten damals eine Kamera. Heute hat jeder eine. Von mir gibt auch noch keine Kindervideos. Wie ist das bei Ihnen?

Eine Frage zwischendurch

Die einzelnen Kapitel des Buches werden von Fragen eingeleitet, die sich stellen, wenn man darüber nachdenkt, was von einem übrig bleibt. Was soll von mir bleiben, an Orten, in anderen Menschen – am Ende in der Welt? Gerade diese Frage zu beantworten, fällt mir schwer. Obwohl sie so einfach erscheint. Wahrscheinlich käme in meiner Antwort etwas von Led Zeppelin vor. Oder von Queen. Oder James Blake. Ich finde für mich erstaunlich, wie unsicher ich bin. Geht Ihnen das anders?

Verborgene Orte: Das vergessene Krankenhaus

Dass ein Krankenhaus 460 Betten für Patienten bereithält, ist nicht ungewöhnlich. Ungewöhnlich ist aber, dass diese Betten alle unterirdisch stehen. In Bonn gibt es noch ein komplettes Krankenhaus unter der Erde. Es stammt aus einer Zeit, in der sich die Bonner Bundesregierung Gedanken über mögliche Atomangriffe gemacht hat. Für den Ernstfall wurde in den 80er Jahren eine komplette Bunker-Klinik fertiggestellt – und die ist immer noch da, unter der Gesamtschule in Bonn.

> WDR (Mediathek)

Eine Frage nebenbei

Die einzelnen Kapitel des Buches werden von Fragen eingeleitet, die sich stellen, wenn man darüber nachdenkt, was von einem übrig bleibt. Was soll von mir bleiben, an Orten, in anderen Menschen – am Ende in der Welt? Bei ehemaligen besten Freunden, finde ich, sollte man sich als erstes fragen: Will ich eigentlich wissen, was sie oder er heute macht? Ich habe schon Menschen wiedergesehen, bei denen ich mich nach zehn Minuten so wohlig wohl gefühlt habe wie früher. Und Sie?

Mehr als 70 Jahre nach Kriegsende werden noch Vermisste gesucht

Der Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes klärt immer noch Vermisstenfälle aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs auf. 2017 erreichten den Suchdienst rund 9.000 Anfragen, in denen Auskünfte über den Verbleib und das Schicksal von kriegsvermissten Angehörigen erbeten wurden. 9.119 Anfragen konnten abschließend bearbeitet worden, in ca. 23 % klärte sich ein Schicksal auf.

> DRK Suchdienst (pdf)

Eine Frage am Rande

Die einzelnen Kapitel des Buches werden von Fragen eingeleitet, die sich stellen, wenn man darüber nachdenkt, was von einem übrig bleibt. Was soll von mir bleiben, an Orten, in anderen Menschen – am Ende in der Welt? Ich bin recht gut darin, zu verdrängen, wenn mir etwas Schlimmes zugestoßen ist. Vielleicht weiß ich deswegen hier keinen »wichtigsten« Gegenstand. Bei vielen Dingen, die ich lange gesucht habe und die mir teuer waren, weiß ich auch nicht: Habe ich sie verloren – oder nur verkramt? Oder verliehen und nie wiedergesehen? Oder habe ich sie gar selbst weggeworfen, so wie viele Gegenstände aus meiner Kindheit, von denen ich nicht weiß, wann sie mich verlassen haben? Wie geht es Ihnen?